Wir haben ein interessantes Interview auf dem Facility Management Blog gefunden. Dieses möchten wir Ihne hier gern in Auszügen auf unserem evalurajo Blog zeigen. In einer neuen Reihe mit dem Thema “Wer sind Sie und Was machen Sie”, werden Interviews mit Akteuren im Facility Management geführt. Ob klassische Auftraggeber, Dienstleister, Produktanbieter oder Berater, auf dem Facility Management Blog werden verschiedenste Themen veröffentlicht.

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Martin Grugel ist Leiter der Betriebsorganisation (FM/Einkauf) im Bundesdachverband der Sparkassen-Finanzgruppe, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), an den Standorten Berlin, Bonn, Brüssel und Neuhardenberg.
Zum DSGV sagt er: „Der DSGV versteht sich als Interessensvertretung, organisiert die Willensbildung und legt die strategische Ausrichtung der Sparkassen-Finanzgruppe fest. Grundsatz jeglichen Handelns: „Menschlich. Fair. Nah.“

Für den FMPortal-Blog interviewten wir den 39-jährigen zum Thema Facility Management:

Wie sind Sie zum Facility Management gekommen?

„Nach einer sehr praxisorientierten Entwicklung über eine Maschinenbauerlehre, mehreren Anstellungen im Support vollautomatischer Produktionslinien, einer mehrjährigen Selbstständigkeit in der Bauwirtschaft erfolgten berufsbegleitend zwei Studiengänge, letztlich mit dem Abschluss Master of Science in Facility Management. Ob Zufall oder nicht: Es gelang mir eine geradlinige Entwicklung, deren Basis die Praxis ist. Gerade das Praxiswissen erleichtert es, die oft sehr weit gestreuten Anforderungen zu erfüllen.“

Wie sind Sie mit dem Facility Management in Ihrem Unternehmen organisiert?

„Es gibt an allen Standorten einen Mix aus Eigen- und Fremdleistungen. Verschiedene Betreiber- und Nutzungsmodelle erfordern intensive Beachtung der lokalen Faktoren. Steuerung und Entscheidungen erfolgen in Berlin. Das FM ist im Unternehmen voll anerkannt, es besteht in einer sehr selbstständigen Einheit, deren Leistungsbild sich an den hohen Unternehmensanforderungen orientiert. Vorrangiges Ziel im Umgang mit externen Dienstleistern ist es, diese hohe Qualität auf der Grundlage stabiler partnerschaftlicher Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehungen zu erreichen.“

Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf bei der Professionalisierung des Facility Managements in Deutschland?

„Das FM hat es leider nicht geschafft, das durch das „Geiz und billig ist geil“ – Denken entstandene negative Image abzulegen. Schlagworten wie „FM kann 30% Kosten sparen“ oder „Outsourcing spart immer Geld“ muss dringend Einhalt geboten werden. Imagekampagnen wie „Die Möglichmacher“ gehen hier nicht weit genug, der für Unternehmen mögliche hohe Nutzen durch ein professionelles FM wird nicht ausreichend dargestellt. FM muss daher auch in der Hochschulbildung nicht mehr als notwendiges Übel, sondern als strategische Unternehmenskomponente dargestellt und installiert werden. Der gut ausgebildete Nachwuchs wird dann sicher nicht mehr auf sich warten lassen.“

Welche Trends sehen Sie in den nächsten Jahren im Facility Management?

„Aus meiner Sicht werden auch zukünftig kurzfristige Einsparziele den langfristigen Entwicklungs- und Optimierungschancen vorgezogen. In beinah jeder möglichen Eigentümer/Nutzer/Betreiber-Konstellation wird es das FM auch weiterhin schwer haben, vorhandenes Optimierungspotential durch langfristig angelegte Investitionen zu realisieren. Das in Unternehmensbereichen wie z.B. Marketing vorhandene Kurzfristdenken darf sich im FM nicht etablieren. Daran zu arbeiten, muss eine der vorrangigen Aufgaben der FM-Marktteilnehmer werden!“

Vielen Dank, Herr Grugel.

Das Gespräch führten Markus Grossmann und Michaela Pelz mit Herrn Grugel.

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